Das Kartenspiel Sechsundsechzig ist nicht besonders schwierig, aber doch und vielleicht gerade deshalb sehr nett zu spielen. Ich kenne das Spiel aus meiner Jugend, daher gibt es die Erläuterungen mit den typisch bayrischen Karten. Man kann es natürlich auch mit französischen Karten spielen.
In anderen Regionen heißt das Spiel Sechsundsechzig auch Schnapsen, Schnorps oder Schnarps .
Sechsundsechzig ist ein Spiel für zwei Spieler, gespielt wird
mit 24 Karten. Der Kartenpack enthält von jeder Farbe 6 Karten in der
Reihenfolge As, Zehn, König, Ober, Unter, Neun.
(Abwandlung: man kann auch ohne die Neunen spielen.)
Die Zählwerte der Karten sind:
As = 11, Zehn = 10, König = 4, Ober = 3, Unter = 2, Neun = 0.
Der Geber wird durch Los bestimmt: wer die höchste Karte zieht, gibt.
Das Spiel beginnt damit, dass der Geber die Karten austeilt, und zwar
verdeckt, dem Gegner drei Karten, sich selbst drei, dann dem Gegner und sich
selbst nocheinmal drei Karten. Die dreizehnte Karte legt er offen auf den
Tisch und die restlichen 11 (bzw. 7) Karten verdeckt auf diese Karte.
Die offene Karte bestimmt die Trumpffarbe!
Der Gegner spielt eine beliebige Karte seiner Hand aus, der Geber gibt eine
beliebige Karte zu. Der Stich gehört dem, der die Karte höheren
Ranges in der ausgespielten Farbe oder Trumpf gespielt hat.
Wer den Stich genommen hat, legt ihn verdeckt fort und nimmt dann die
oberste Karte des Kartenstoß' verdeckt in seine Hand; der andere nimmt die
folgende Karte.
Nun wird weitgerspielt, und zwar spielt stets derjenige aus, den den
vorhergehenden Stich genommen hat.
Sobald der Talon aufgebraucht ist, muss bedient werden; d.h., dass die Karte, die zu der ausgespielten Karte zugelegt wird, von derselben Farbe sein muss. Wenn das Bedienen nicht möglich ist, muss mit einer Trumpf-Karte gestochen werden. Ist auch dies nicht möglich, wird eine beliebige Karte zugegeben.
Entscheidend für den Gewinn ist nicht Zahl der Stiche, sondern die gemäß den oben angegebenden Zählwerten errechnete Summe der Augen in den Stichen. Das Kartenspiel enthält 120 Augen, Ziel ist es, mindestens 66 Augen davon zu erhalten, daher der Name des Spiels.
Sechsundsechzig hat aber noch verschiedene Besonderheiten, die das Spiel reizvoll machen.
Wer den letzten Stich einheimst, bekommt 10 zusätzliche Augen. Mit den Augen des Spiels sind in jeden Spiel 130 Augen zu bekommen, die Hälfte davon ist 65. Haben beide Spieler am Ende 65 Augen ist das Spiel unentschieden.
Von besonderer Bedeutung sind König und Ober der gleichen Farbe in der Hand eines Spielers. Ein solches Paar wird "Mariage" (frz. für Hochzeit) genannt.
Gelingt diesem Spieler ans Ausspielen zu kommen, darf er melden und bekommt 20 Augen dazu. Er sagt also "ich melde 20" und muss nun gleichzeitig eine der beiden Karten (König oder Ober) ausspielen. Auf Verlangen des Gegners hat er auch die 2. Karte vorzuzeigen, damit dieser sich von der Richtigkeit des Melden überzeugen kann.
Hat ein Spieler das Paar Trumpf-König und Trumpf- Ober in seiner Hand, verdoppelt sich die Zahl der Augen, er kann dann sagen "ich melde 40" und König oder Ober ausspielen.
Wer im stilen beim Mitzählen der eingebrachten Augen festgestellt hat, dass er 66 Augen erreicht hat, kann das Spiel abbrechen, indem er die Erklärung abgibt, er habe das Ziel erreicht.
Wer 66 Augen erklärt, sie aber nicht in seinen Stichen bekommen hat, verliert soviele Zähler als hätte er gedeckt.
(Abwandlung: man kann vor Beginn des Spiels ausmachen, dass dem Gegner in einem solchem Fall die Zähler zugute kommen.)
Wer deckt, also die ausgelegte Trumpfkarte umgedreht auf den Talon legt und damit zum Ausdruck bringt, dass er ohne die noch zur Ausgabe bereitliegenden Karten zum Ziel zu kommen gedenkt, der nimmt die Verpflichtung auf sich, 66 Augen zu erreichen.
Wenn er sie nicht erreicht, verliert er soviele Zähler (bzw. der Gegner gewinnt soviele Zähler), wie er gewonnen hätte, wenn er nach dem Decken dem Gegner keinen Stich überlassen und selbst 66 Augen erreicht hätte, auf jeden Fall aber mindestens 2 Zähler. Selbstverständlich muss vom Augenblick des Deckens an Farbe bedient oder gestochen werden.
Wer die Trumpf-Neun in seiner Hand hat, ist berechtigt, sie gegen die aufgedeckte Trumpf-Karte umzutauschen. Dieses Vorrecht kann ausgeübt werden, wenn der Betreffende schon einen Stich hat und am Ausspielen ist.
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